Bei der Jahreshauptversammlung des Naturbündnis Wertachtal e.V. zog der 1. Vorsitzende Wolfgang Ewald eine positive Bilanz des ersten Vereinsjahres und stellte weitere Maßnahmen zur Stärkung der Biodiversität im Wertachtal für 2026 vor. In seinem Tätigkeitsbericht hob Ewald den erfreulichen Mitgliederzuwachs des als Netzwerkverein konzipierten, gemeinnützigen Vereins hervor. Neben der Stadt Kaufbeuren gehören inzwischen fünf Umlandkommunen sowie 14 Vereine, Verbände und Institutionen dem Naturbündnis an. Hinzu kommen rund weitere 20 Einzelpersonen.

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In dem seit der ersten Versammlung zurückliegenden Zeitraum konnten neben konstruktiven Gesprächen mit Behörden, Kommunen und Verbänden bereits konkrete Maßnahmen umgesetzt oder angestoßen werden, darunter drei Pflanzaktionen, fünf Projekte aus dem Runden Tisch Kaufbeuren sowie erste Umsetzungsüberlegungen zum Biotopverbund Kaufbeuren–Pforzen. Ein besonderer Moment der Versammlung war das Gedenken an das 2025 verstorbene Ehrenmitglied Dr. Christoph Greifenhagen, der sich um den Verein und den Naturraum der Region in herausragender Weise verdient gemacht hat. Zu seinem Andenken soll im Frühjahr eine Gedenktafel an einer Allgäuer Blumenwiese angebracht werden. Schatzmeister Robert Bier berichtete über die positive finanzielle Entwicklung des Vereins im Jahr 2025. Die Kassenprüfung ergab keinerlei Beanstandungen. Frau Dr. Erika Rössler beantragte als Vertreterin der Stadt Kaufbeuren die Entlastung des Vorstands, die einstimmig erteilt wurde. Bei den Neuwahlen wurde die bisherige Schriftführerin Monika Appelt zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Sie folgt auf Andrea Gimple, die aus privaten Gründen aus dem Lenkungsteam ausgeschieden ist. Das Amt der Schriftführerin übernimmt künftig Rita Sedlmair-Ewald.

In der Vorschau auf das Jahr 2026 kündigte der Vorsitzende weitere Projekte an. Neben der Fertigstellung laufender Maßnahmen aus dem Runden Tisch soll das Konzept zur ökologischen Aufwertung des Naturraums Wertach in Kaufbeuren sowie die Renaturierung der Eisbachaue in Ingenried angegangen werden. In Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband sollen zudem Möglichkeiten zur Wiederaufnahme des wegen einer Mittelkürzung derzeit ruhenden Biotopverbunds Kaufbeuren–Pforzen geprüft werden. Geplant sind außerdem eine weitere Pflanzaktion sowie die Unterstützung des Bezirks Schwaben bei einer möglichen Erweiterung des FFH-Gebiets Bickenried. Zur Stärkung der Eigenmittel wird 2026 die Gewinnung von Spenden und Sponsoren ein besonderer Schwerpunkt sein.

Einen fachlichen Höhepunkt bildete der anschließende Vortrag des Diplom-Forstwirts Tom Hennemann, der den Begriff der Biodiversität in den Mittelpunkt stellte. In seinem mit großem Beifall bedachten Vortrag erläuterte er anschaulich, dass Biodiversität weit mehr bedeutet als reine Artenvielfalt. Sie umfasst ebenso die genetische Vielfalt innerhalb der Arten sowie die Vielfalt der Lebensräume. Eine hohe Biodiversität trägt maßgeblich zur Stabilität von Ökosystemen bei, erhöht deren Fähigkeit, auf äußere Einflüsse zu reagieren (Resilienz), und stellt zahlreiche lebensnotwendige Ökosystemdienstleistungen bereit. Gleichzeitig ist die Biodiversität jedoch stark gefährdet – unter anderem durch Lebensraumverlust, intensive menschliche Bodennutzung, Schadstoffeinträge, die Zerschneidung von Lebensräumen sowie den Klimawandel. Mit dem Appell, dass es noch nicht zu spät zum Handeln sei – vorausgesetzt, Maßnahmen erfolgen auf allen Ebenen von global bis lokal –, schlug der Referent abschließend einen mutmachenden Bogen zur Arbeit des Naturbündnisses Wertachtal.